Hausfassade verkleiden: Welche Möglichkeiten gibt es?

Hausfassade aus Klinker
Zur ansprechenden Verkleidung der Hausfassade gibt es vielfältige Optionen. Foto: dropthepress/bigstockphoto.com

50 bis 100 Jahre – so viel Zeit beträgt der Lebenszyklus eines Hauses in Mitteleuropa im Durchschnitt. Die Verkleidungen der Fassade sind dabei allerdings nicht ganz so lange haltbar. Verwunderlich ist dies nicht, da die Fassaden jeden Tag jeglichen Witterungsbedingungen standhalten müssen. Daher kommt früher oder später der Zeitpunkt, an dem die Hausfassade komplett ausgetauscht oder renoviert werden muss.

Die Fassadenverkleidung eines Hauses erfüllt nicht nur optische Zwecke. Für das Gebäude stellt sie auch einen wichtigen Schutz dar. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, eine Hausfassade zu verkleiden. Die verschiedenen Materialien haben dabei ihre ganz eigenen Vor- und Nachteile. Welche das sind, wird im folgenden Beitrag erläutert.

Was muss vor dem Anbringen der Fassadenverkleidung beachtet werden?

Im ersten Schritt, bevor die Verkleidung der Fassade angebracht wird, muss eine entsprechende Vorbereitung des Untergrunds vorgenommen werden. Wenn die Verkleidung direkt auf die äußere Wand des Hauses angebracht wird, müssen kleine Schäden ausgebessert und die Holzverkleidung oder die Mauer ordentlich gereinigt werden. Abhängig davon, welche Art der Verkleidung für die Fassade gewählt wird, ist es außerdem nötig, eine tragfähige Unterkonstruktion für die Komponenten der neuen Verkleidung zu schaffen.

Im Zuge der Fassadenerneuerung entschließt sich ein Großteil der Bauherren dazu, auch die Dämmung des Gebäudes zu optimieren. Um eine zeitgemäße Wärmedämmung zu schaffen, sind in der heutigen Zeit vor allem vorgehängte hinterlüftete Hausfassaden, Vorsatzschalen und Wärmedämm-Verbundsysteme sehr beliebt.

Welche Möglichkeiten zur Verkleidung der Fassade gibt es?

Bauherren müssen sich zwischen einer vielfältigen Auswahl an unterschiedlichen Materialien für die Verkleidung der Fassade entscheiden. Die klassischen Fassaden sind traditionell Klinker oder Außenputz. Besonders beständig in ihrem Wert und robust gegen Witterungsbedingungen sind Verkleidungen aus Stein. Aber auch Faserzement, Blech, Naturstein, Holz und Paneele aus unterschiedlichen Materialien, wie zum Beispiel Metall oder Kunststoff, kommen hier in Frage. Im Internet gibt es ein großes Angebot, dass es ermöglicht, diese Kunststoffplatten online bestellen zu können.

Die Putzfassade

An den meisten Wohnhäusern finden sich Fassadenverkleidungen, die aus Putz bestehen. Diese sind in ihrer Herstellung günstig, allerdings ist es nötig, sie in wiederkehrenden Intervallen zu renovieren oder ihnen wenigstens einen neuen Anstrich zu verpassen. Das Streichen einer Putzfassade ist im Abstand von circa zehn Jahren nötig.

Besonders häufig wird der Außenputz als Verkleidung für die Hausfassade gemeinsam mit einem WDV-System, also einem Wärmedämm-Verbundsystem, genutzt. Das WDV-System besteht dabei aus einer Außendämmung, die mehrere Dezimeter dick ist und aus Hartschaum oder Kunststoff besteht. Damit die Hausfassade auch wirklich stabil und widerstandsfähig ist, wird eine Armierung auf der Dämmung angebracht, auf welche dann im Anschluss der Außenputz aufgetragen wird.

Klinkerfassade

Starker Wind, Schlagregen oder andere Witterungseinflüsse können einer Fassade aus Klinker, genau wie einer Fassade aus Naturstein, kaum etwas anhaben. In ganz Deutschland setzen die Bauherren auf diese Art der Fassadenverkleidung, besonders häufig ist sie allerdings im Norden der Bundesrepublik zu finden. Der Wartungsaufwand für eine Hausfassade aus Klinker ist sehr überschaubar, außerdem gelten sie als sehr langlebig. Ihre Eigenschaften in Sachen der Dämmung sind wesentlich optimaler, als bei einer bloßen Putzfassade.

Die unterschiedlichen Fassadenpaneele

Fassadenpaneele stellen eine weitere Art da, wie die Fassade eines Hauses wieder in einen attraktiven und ästhetischen Zustand gebracht werden kann. Die Platten werden in unterschiedlichen Materialien angeboten, beispielsweise gibt es Fassadenplatten aus Faserzement, Metall, Kunststoff oder auch Holz.

Holzpaneele

Werden die Paneele für die Verkleidung der Hausfassade aus Massivholz gefertigt, dann werden für die Herstellung oft Nadelhölzer genutzt, wie zum Beispiel Douglasie, Kiefer, Lerche oder Fichte. Die Holzpaneele überzeugen vor allem durch ihre ansprechende und natürliche Optik, allerdings sollten Bauherren bedenken, dass sie hier mit gewissen Kosten für die Herstellung rechnen müssen. Darüber hinaus ist die Wartung dieser Fassadenverkleidung recht aufwendig und es werden Lasuren und Lacke in nicht unerheblicher Menge benötigt, um das Holz zu pflegen. Eine Renovierung oder ein Anstrich werden bei den Verkleidungen von Fassaden mit Holz, wie auch bei den Fassaden aus Putz, im Abstand von circa zehn Jahren fällig.

Eine Hausfassade aus Holz bzw. Holzpaneele
Holzpaneele bzw. Holzfassaden sind eine Möglichkeit, Hausfassaden ansprechend zu verkleiden. Foto: MediaWhalestock/bigstockphoto.com

Kunststoffpaneele

Wenn sich Bauherren für Fassadenpaneele entscheiden, die aus dem Material Kunststoff gefertigt sind, ergibt sich der Vorteil, dass für die Wartung der Fassade nur ein geringer Aufwand nötig ist. Kunststoffpaneele, die eine hohe Qualität aufweisen, sind gegenüber der UV-Strahlung unempfindlich und müssen nur hin und wieder gesäubert werden. Wichtig ist, dass die Kunststoffe, die für die Verkleidung verwendet werden, nicht empfindlich auf Temperaturschwankungen reagieren und wind- und wetterfest sind.

Allerdings haben die Kunststoffpaneele auch einen Nachteil – und dieser geht zu Lasten der Umwelt. Paneele aus Kunststoff weisen eine negative Ökobilanz auf. Darüber hinaus kann es bei der Verwendung von Kunststoffpaneelen minderer Qualität dazu kommen, dass sie Ausbleichen, worunter die Optik der Hausfassade leidet.

Faserzementpaneele

Ziemlich weit oben auf der Beliebheitsskala für Fassadenverkleidungen, stehen Paneele aus Faserzement. Das Material kann bei Bedarf sogar gestrichen werden und überzeugt durch seine Langlebigkeit. Die Verlegung dieser Paneele ist allerdings mit einem etwas höheren Aufwand verbunden, da die Paneele ein hohes Eigengewicht aufweisen. Daher ist es auch nötig, dass die Mittel, die zur Befestigung der Platten genutzt werden und die grundlegende Unterkonstruktion, sehr robust und tragfähig sind.

Die Vorhang- und VHF-Fassaden

Zwischen den Begriffen der VHF-Fassaden und den Vorhangfassaden besteht ein Unterschied. Bei der VHF-Fassade handelt es sich um eine Art der Verkleidung, die hinterlüftet und vorgehängt ist. Zwischen der Wärmedämmung oder dem Mauerwerk und der Konstruktion der Fassade entsteht dabei ein offener Zwischenraum, der für die Hinterlüftung sorgt.

Eine eigene Fassadenbauweise, die EN normiert ist, stellt die Vorhangfassade dar. Diese besteht aus Komponenten, die auf einer verankerten Konstruktion, die im Mauerwerk angebracht ist, montiert werden. Es handelt sich dabei also um eine Art zusätzliche Mauerschicht. Über das bereits bestehende Mauerwerk wird das statische Gewicht der Konstruktion abgeleitet.

Der Preis für beide Arten der Fassadenverkleidung ist abhängig von der gewählten Konstruktionsweise. Dadurch, dass zusätzlich die Möglichkeit einer Wärmedämmung besteht, sind die U-Werte dieser Fassaden in der Regel optimal. Besonders, wenn es sich um ältere Gebäude handelt, macht die Wahl einer VHF-Fassade oft Sinn, da bei dieser eine nachträgliche Wärmedämmung problemlos möglich ist.

Die Verkleidung der Hausfassade aus Schiefer – Vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten

Für diejenigen, die sich eine moderne Gestaltung der Hausfassade wünschen und dieser einen ganz neuen Glanz verleihen möchten, können sich für eine Verkleidung mit Schieferplatten entscheiden. Gemeinsam mit anderen Fassaden aus Naturstein, zählt die Schieferfassade zu den langlebigsten Verkleidungen der Fassade, die es überhaupt gibt. Fassaden aus Schiefer finden sich besonders oft an historischen Gebäuden – diese werden schon seit über hunderten von Jahren durch den Schiefer verlässlich gegen jegliche Witterungseinflüsse geschützt.

Hausverkleidungen aus Schiefer überzeugen allerdings nicht nur durch ihre Langlebigkeit. Sie sind darüber hinaus auch kaum anfällig für Verschmutzungen. Wenn sich Schmutz im Laufe der Jahrzehnte doch auf der Fassade absetzen sollte, kann dieser einfach und unkompliziert mit Hilfe von Wasser entfernt werden. Der Renovierungs- und Wartungsaufwand für diese Art der Fassadenverkleidung ist äußerst gering, vorausgesetzt, es handelt sich um eine fachmännisch angebrachte Fassade aus Schiefer.

Wann macht die Entscheidung für eine Schieferfassade Sinn?

Die Fassade eines Gebäudes mit Schiefer zu verkleiden erweist sich dann als sinnvoll, wenn der Wunsch nach eine langlebigen und vor allem hochwertigen Außenverkleidung besteht. Schiefer bietet zum einen bautechnische Vorteile, zum anderen ist diese Möglichkeit der Fassadengestaltung überaus ästhetisch. Die Verkleidung einer Fassade mit Schiefer verleiht dem Gebäude eine ganz besondere und hochwertige Optik.

Die unterschiedlichen Deckungsmöglichkeiten einer Schieferfassade

Moderne Hausfassaden aus Schiefer erfüllen das Erscheinungsbild eines architektonischen Trends, der geometrische Muster und klare Linien fördert. Allerdings müssen bei dieser modernen Gebäudearchitektur auch die Kosten für die Anbringung und das Material berücksichtigt werden. In den vergangenen Jahren fand allerdings eine innovative Weiterentwicklung der traditionellen Deckkarten der Hausfassaden aus Schiefer statt.

Die Rechteck-Doppeldeckung

In diesem Zusammenhang ist zum einen die Rechteck-Doppeldeckung zu nennen. Diese zeichnet sich durch ein übersichtliches Deckbild und klare und gerade Linien aus. Rechteckige oder quadratische Steine aus Schiefer werden dabei als Decksteine genutzt. Es gibt eine Vielzahl weiterer Deckbilder, welche aus der Rechteck-Doppeldeckung entwickelt wurden und immer beliebter werden, um eine moderne Schieferfassade zu gestalten.

Die gezogene Rechteckdeckung

Eine dieser modernen Interpretationen der Rechteck-Doppeldeckung bildet die gezogene Rechteckdeckung. Bei dieser wird ein auseinandergezogenes Deckelbild geschaffen, bei dem sich die einzelnen Elemente der Decke nur in dem Maße überlappen, wie es für einen Schutz gegen Regen unbedingt notwendig ist. Ein Vorteil dieses Deckbildes der Schieferfassade besteht darin, dass nur wenig Material verwendet werden muss.

Die waagerechte Deckung

In horizontalen Gebinden von rechteckigen Schiefersteinen ohne Steigung wird die waagerechte Deckung einer Schieferfassade ausgeführt. Die Stoßfugen sind dabei horizontal gegeneinander versetzt. Die Optik dieses Deckbildes zeichnet sich somit durch diagonal und horizontal eingesetzte Elemente aus.

Die horizontale Deckung

Schiefersteine, die rechteckig und liegend angebracht werden, sind charakteristisch für die horizontale Deckung. Die horizontale Linienführung ist bei diesem Schieferfassaden-Deckbild damit ausschlaggebend. Eine seitliche Überdeckung ist hier nicht zu finden, allerdings eine Höhenüberdeckung der Steine, die auf Stoß verlegt werden. Diese Art der Deckung ist besonders wirtschaftlich betrachtet sehr lohnenswert. Eine Lattung als Unterkonstruktion ist absolut ausreichend, auf eine Schalung kann verzichtet werden.

Die dynamische Deckung

Diejenigen, die mit ihrer Fassade den optischen Eindruck einer Naturstein-Mauer erwecken möchten, sind mit der dynamischen Deckung einer Schieferfassade am besten beraten. Die Steine, die sich dabei in einer Gebindereihe befinden, weisen alle die gleiche Höhe auf, unterscheiden sich allerdings in ihrer Breite. So wirkt das Deckbild besonders lebhaft. Der individuelle Charakter dieser Deckungsart entsteht durch die gewollte Unregelmäßigkeit.

Die unterlegte Deckung

Ein besonders stilvolles Element der Gestaltung, welches aus der modernen Architektur stammt, ist die unterlegte Deckung. Hierbei werden als Komponenten für die Befestigung Klammern aus Edelstahl genutzt. Durch diese wird ein toller optischer Kontrast zwischen den Platten aus Schiefer erzeugt. Abhängig davon, welche Lichtverhältnisse herrschen, erzeugen die Schattenfugen beeindruckende visuelle Eindrücke an der Hausfassade aus Schieferplatten.

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